Hohenwart:

Wallfahrtskirche Heilig Kreuz
Der bestehende Kirchenbau gehört der Blütezeit mittelalterlicher Architektur, der Spätgotik, an. 1490 wurde der Altar durch den zuständigen Speyerer Bischof geweiht. Die Wallfahrtstradition wurde 1689 begründet und findet mit Unterbrechung seit 1980 wieder jährlich statt.
Es sagten mir die ältesten Bürger in Hohenwart, dass viele Motivtafeln und Krücken in dieser Kapelle aufgehängt gewesen seien. Es gehen auch noch manche Andächtige des freiherrlich – gemmingschen Gebiets und Bürger aus Weil der Stadt öfters dahin wallfahren.“ Wann genau mit dem Wallfahren nach Hohenwart begonnen wurde, ist nicht genau bekannt. Aber es ist anzunehmen, dass der oben erwähnte Ritter den in Jerusalem geübten Brauch in seiner Heimat eingeführt hat, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben den Leidensweg Christi hier mitzugehen. Im 15. Jahrhundert war die Wallfahrt so volkstümlich und berühmt, dass sogar ihretwegen ein Krieg entbrannte, weil Söldner hier mehrere Bürger und den Bürgermeister erschlagen hatten. Über zwei Jahrhunderte später bekam die Wallfahrt einen neuen Anstoß: Französische Truppen waren in Württemberg eingedrungen, hatten Pforzheim belagert, zahlreiche Burgen und Klöster – darunter die Liebeneck und Hirsau – niedergebrannt und fast die ganze Heimat geplündert.
Die „Bietgemeinden“ waren aber wunderbarerweise verschont geblieben und hatten überdies eine gute Ernte, während sie in den umliegenden Gemeinden durch Unwetter sehr schlecht ausgefallen war. Deshalb gelobten die Angehörigen der Pfarrei Neuhausen, alle Jahre am Fest der Kreuzauffindung in einer feierlichen Prozession nach Heilig Kreuz in Hohenwart zu wallfahren, um Dank zu sagen und durch die Kraft des Heiligen Kreuzes den Glauben zu erneuern. Im Laufe der Jahrhunderte verblasste die Notwendigkeit der Wallfahrt – man wandte sich weltlicheren Dingen zu. Mit der Renovierung erinnerte sich man dieser Tradition. 1980 ließ der damalige Neuhausener Pfarrer Alois Weber das 1689 ausgesprochene Gelöbnis für alle Bietgemeinden erneuern. Es hat bis heute seinen angestammten Platz in den kirchlichen Festen der Bietgemeinden.
Adresse
Hohenwart:
Hohlweg 1
75181 Pforzheim-Hohenwart
Hohlweg 1
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