Pfarrer Joachim Grunwald

17.01.2023 |

Mit 93 Jahren zelebriert Pfarrer Joachim Grunwald so oft er kann die Hl. Messe. Der Geistliche ist ein Geschenk.

Jeder neue Tag ist ein Geschenk. Pfarrer Joachim Grunwald hatte an Silvester Geburtstag. Der katholische Seelsorger kümmerte sich 33 Jahre in Pforzheim um Spätaussiedler. Pfarrer Joachim Maria Sylvester Grunwald hat - wie einer seiner Vornamen bereits verrät - an Silvester Geburtstag. Dieses Silvester feierte der katholische Pfarrer seinen 93.

Quelle: Silke Fux

Doch Pfarrer Grunwald, der eigentlich schon lange im Ruhestand ist und im betreuten Wohnen im Landhaus Sankt Josef in Steinegg lebt, merkt man sein Alter nicht an. Ganz im Gegenteil: Grunwald hilft bis heute kräftig in der Seelsorge mit, zelebriert Gottesdienste, unterstützt seine Kollegen sowie den Caritasverband Pforzheim. Grunwald, der am Computer - Interview-Fragen per E-Mail beantwortet, mit seinem eigenen Auto unterwegs ist und noch selbst einkaufen geht, ist körperlich und geistig jung geblieben. Auf die Frage wie er es schaffe, so rege und fit zu bleiben, antwortet der katholische Geistliche: „Unverdient wurde mir eine solide körperliche wie geistig-seelische Konstitution von Gott durch meine Eltern ins Leben mitgegeben.
Einige Krankenhausaufenthalte seit meiner Pensionierung Mitte 2002 haben mich nicht zur Aufgabe meiner Mitarbeit in der Seelsorge zwingen können.
 
Dafür danke ich täglich meinem Schöpfer.
Eine bescheidene Lebensweise und auch ein reges Interesse, verbunden mit einer recht verstandenen Neugier für das, was in Kirche und Welt so geht, lassen mich jeden neuen Tag als Geschenk erleben“, betont der Seelsorger. Man spürt sofort, wenn man mit dem Pfarrer spricht, dass er seinen Beruf als Berufung versteht, denn der 93 Jährige geht offen auf Menschen zu, strahlt Optimismus und Begeisterung aus und schafft es immer wieder Menschen für den Glauben zu begeistern. In den 33 Jahren als Pfarrer der Sankt Elisabeth Gemeinde in Pforzheim verstärkte sich in ihm die Gewissheit – selbst Heimatvertriebener – dass er als Pfarrer speziell in diese Gemeinde gerufen worden sei. Denn in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts seien in der Pfarrgemeinde Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion aufgenommen worden. „Nach langem Unterwegssein sehnten sie sich nach einer neuen Heimat. Meine eigene Erfahrung von Heimatlosigkeit half mir mit himmlischem Beistand, den Umsiedlern Optimismus beim neuen Anfang zu vermitteln“, betont der Seelsorger. Später erfahrene Dankbarkeit von Umsiedlern sei für Joachim Grunwald immer ein kostbares Geschenk gewesen.
„Mein schlichter Glaube an Gottes unbegreifliche Liebe zu uns Menschen hat sichtbare Früchte hervorgebracht“,
ist der Pfarrer überzeugt. Und was wünscht sich der Geistliche für das kommende Jahr? „Wie wir alle, so wünsche auch ich mir ein baldiges Ende der Pandemie, allerdings dann mit der Bereitschaft möglichst vieler für ein Umdenken, beispielsweise für einen bescheidenen Lebensstil“, sagt Joachim Grunwald und hat auch das Klima und die Umwelt im Blick. „Nachfolgende Generationen brauchen zum Leben eine intakte Umwelt. Sie möchten sich wie jeder von uns heute und auch ich an Gott wunderbarer Schöpfung erfreuen“, betont der Jubilar.Text: Silke Fux