Hohenwart

Kirchengemeinde MARIA – KÖNIGIN - HOHENWART

Wallfahrtskirche Heilig Kreuz

Der bestehende Kirchenbau gehört der Blütezeit mittelalterlicher Architektur, der Spätgotik, an. 1490 wurde der Altar durch den zuständigen Speyerer Bischof geweiht. Die Wallfahrtstradition wurde 1689 begründet und findet mit Unterbrechung seit 1980 wieder jährlich statt.

Filialkirche Maria Königin

Schon um die Jahrhundertwende war die Hl. Kreuz- Kirche zu klein geworden. Nachdem das erzbischöfliche Ordinariat 1916 regelmäßige Sonntagsgottesdienste genehmigte, verpflichtete sich Hohenwart, Mittel für einen Kirchenneubau aufzubringen. Die gesammelten Beträge fielen 1923 der Inflation zum Opfer, danach angesammeltes Vermögen wurde für die Instandsetzung der alten Kirche nach dem zweiten Weltkrieg verwendet, den Rest verschlangen 1948 Inflation und Währungsreform. Mit dem Zuzug zahlreicher Heimatvertriebener ergab sich akuter Handlungsbedarf. Die Kirche Maria Königin wurde von September 1954- 1956 nach den Plänen des Pforzheimer Architekten Bernhard Wildschütte erbaut.

 

 

Das Geläut von Hohenwart

Die Verehrung des Hl. Kreuzes in der Kapelle von Hohenwart im Laufe der Geschichte 
( NACH OSTR. H. LEICHT ) 
Einer der sehnlichsten Wünsche im Mittelalter war, einmal im Leben an die Heiligen Stätten zu pilgern. Dies war eine Weltreise, mit großen Gefahren verbunden. Dennoch wagten viele diese Unternehmung. 
Auch ein Ritter aus unserer Heimat soll im Heiligen Land gewesen sein. Dort hatten die Franziskaner den Brauch eingeführt, den Leidensweg Christi abzuschreiten und an bestimmten Stationen immer wieder anzuhal-ten und Christi zu gedenken. 
 
Aus diesem Brauch haben sich dann die 14 Stationen des Kreuzwegs entwickelt, der in dieser Form erst seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich ist. Früher, um 1400 etwa, verehrte man vor allem das Bild des Kreuz tragenden Christus als der summarischen Darstellung des Leidensweges. Der in Hohenwart aufbewahrte Kreuztragende muss als ein solches Kreuzwegbild verstanden werden. Über dieses Bild schreibt Johann Georg Martin Rösner, Pfarrer und Dekan in Neuhausen, zu dessen Pfarrei auch Hohenwart gehörte, im Jahre 1747: 
„Die Kapelle in Hohenwart wird genannt zum heiligen Kreuz; aber nicht, weil eine Reliquie des Kreuzes unseres Erlösers jemals da gewesen und verehrt worden wäre, sondern weil der Kreuz tragende Christus vor längeren Zeiten hier wundertätig war. Es sagten mir die ältesten Bürger in Hohenwart, dass viele Motivtafeln und Krücken in dieser Kapelle aufgehängt gewesen seien. Es gehen auch noch manche Andächtige des freiherrlich – gemmingschen Gebiets und Bürger aus Weil der Stadt öfters dahin wallfahren.“ 
Wann genau mit dem Wallfahren nach Hohenwart begonnen wurde, ist nicht genau bekannt. Aber es ist anzunehmen, dass der oben erwähnte Ritter den in Jerusalem geübten Brauch in seiner Heimat eingeführt hat, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben den Leidensweg Christi hier mitzugehen. Im 15. Jahrhundert war die Wallfahrt so volkstümlich und berühmt, dass sogar ihretwegen ein Krieg entbrannte, weil Söldner hier mehrere Bürger und den Bürgermeister erschlagen hatten. 
Über zwei Jahrhunderte später bekam die Wallfahrt einen neuen Anstoß: 
Französische Truppen waren in Württemberg eingedrungen, hatten Pforzheim belagert, zahlreiche Burgen und Klöster – darunter die Liebeneck und Hirsau – niedergebrannt und fast die ganze Heimat geplündert. Die „Bietgemeinden“ waren aber wunderbarerweise verschont geblieben und hatten überdies eine gute Ernte, während sie in den umliegenden Gemeinden durch Unwetter sehr schlecht ausgefallen war.
 
Deshalb gelobten die Angehörigen der Pfarrei Neuhausen, alle Jahre am Fest der Kreuzauffindung in einer feierlichen Prozession nach Heilig Kreuz in Hohenwart zu wallfahren, um Dank zu sagen und durch die Kraft des Heiligen Kreuzes den Glauben zu erneuern. Im Laufe der Jahrhunderte verblasste die Notwendigkeit der Wallfahrt – man wandte sich weltlicheren Dingen zu. 
Mit der Renovierung erinnerte sich man dieser Tradition. 1980 ließ der damalige Neuhausener Pfarrer Alois Weber das 1689 ausgesprochene Gelöbnis für alle Bietgemeinden erneuern. Es hat bis heute seinen angestammten Platz in den kirchlichen Festen der Bietgemeinden.