Abendvortrag zu Joseph Kentenich
Über die Spiritualität der Schönstattbewegung
Joseph Kentenich ist ein deutscher, katholischer Priester und Gründer der internationalen Schönstattbewegung, die er im Jahre 1914 ins Leben gerufen hat. Sein Leben als charismatische Gründerpersönlichkeit hat weltweit Spuren hinterlassen. Unter dem Leitmotiv „Neuer Mensch in neuer Gemeinschaft“ soll sich jeder Mensch gemäß seiner Berufung in Freiheit entfalten und einbringen. Vorbild dafür ist Maria, sie war offen für den konkreten Anruf Gottes.
Kentenich möchte immer wieder dazu ermutigen, Gott in allem zu suchen und zu finden, das ist die ignatianische Maxime, die Kentenich ausgibt, um das Leben und die Welt auf Gott hin transparent zu machen. Hier wird bereits Kentenichs Konzeption des „praktischen Vorsehungsglaubens“ deutlich, der eine vielfältige Antwort auf das Wirken Gottes in der Welt geben möchte. Dabei wird er nicht müde, den Gedanken einer individuellen Bestimmung des Menschen durch Gott ins Spiel zu bringen. Für ihn ist jeder Mensch ein ewiger Gedanke Gottes. Durch die Entfaltung der individuellen Persönlichkeit geht somit jeder Mensch bereits seiner gottgegebenen Berufung entgegen.
Die Bundeswirklichkeit zwischen Gott und Mensch hat bei Kentenich eine hervorstechend marianische Prägung. Im „Liebesbündnis“ mit Maria geht es vor allem darum, eine Offenheit für den Willen Gottes zu entwickeln, so wie es Maria vorgelebt hat. Die Bindung, die ein Mensch im „Liebesbündnis“ mit Maria eingeht, zielt letztlich auf die Konzentration der persönlichen Liebesfähigkeit gegenüber Gott, den Mitmenschen und dem Leben insgesamt. In dieser Spiritualität der Bindungen wird das Bedürfnis der menschlichen Seele nach Bindung ernst genommen und konkret in den Glaubensalltag integriert.
Der Referent Dr. Ullrich Glatthaar (seit September 2024 als pastoraler Mitarbeiter in der Kirchengemeinde Biet tätig) möchte mit seinem Vortrag einen verständlichen Zugang zu Leben und Werk Ketenichs, sowie zur Schönstattbewegung ermöglichen.





